Wo unser Darm liegt, wissen wir Menschen für gewöhnlich auch ohne Anatomiekenntnisse. ? Unser Darm ist neben dem Hirn und dem Herz ein Organ, das sehr viel Aufmerksamkeit von uns möchte und uns dies auch zeigt. Unser Hirn zeigt sich uns mit allerlei Gedanken, die wir tagtäglich denken, unser Herz macht mit seinem Herzschlag auf sich aufmerksam und der Darm macht eigenartige und lustige Geräusche ? und Bewegungen. Der Darm besteht aus drei Hauptabteilungen, dem Dünndarm, Dickdarm und Mastdarm. Dabei könnte diese Unterteilung noch tiefer fortgeführt werden, was zumeist nur noch den Medizinstudenten, Gastroenterologen und Nerd interessiert. Der Darm ist auch das Hilfsmittel in der Wursterei, wo alle Teile des Darms zum Einsatz kommen. Aber keine Panik, in der Wursterei kommen nur tierische Därme und Kunstdärme zum Einsatz. ?
Der Dickdarm und der Mastdarm sind dein biotopisches Terrarium im Unterleib. Das Biotop steht für den Lebensraum, nämlich den Lebensraum des Mikrobioms. Der Dünndarm beherbergt gegenüber dem Dickdarm und Mastdarm nur eine geringe Anzahl deines Mikrobioms. Das Mikrobiom ist die Bezeichnung für alle Mikroorganismen, die deine innere Erde im Darm bewohnen, aber auch die Erde überall auf unserem Planeten. Das Terrarium vom lateinischen «Terra» ist das Land, bzw. der Boden. Bodenbakterien zersetzen tote organische Substanzen und wandeln sie in verwertbare Erde um.
Mikroorganismen u.a. Milchsäurebakterien kompostieren die Lebensmittel, die du isst und sind somit für dein körperinneres ökologisches Gleichgewicht von grösster Bedeutung. Sie verwerten die organischen Anteile in Lebensmitteln und erzeugen damit Energie, die sie zum Leben benötigen und schützen ihre Arten und Unterarten mit eigenen Ausscheidungen. Die Mikroorganismen verdauen die für dich schwer oder nichtverdauliche Nahrungsbestandteile, erzeugen dabei neben Wärme auch eigene Substanzen wie Milchsäure, Enzyme, Gase und kurzkettige Fettsäuren, welche beim Aufbau deiner Darmschleimhaut wichtig sind.
Weiter wirken sämtliche deiner 28 verschiedenen Botenstoffe direkt im Darm im Zusammenspiel mit Mikroorganismen. Zu den bekanntesten Botenstoffen gehören Serotonin (95% werden im Darm produziert) und Dopamin. Beide haben einen grossen Einfluss auf dein neuronales System indem sie an der Signalübertragung beteiligt sind und so die Hirnleistung, Temperatur, Appetit, Schlaf, Schmerzempfindung, Darmtätigkeit und Stimmung mitbeeinflussen.
Der Dickdarm hat aufgrund der industriell verarbeiteten Nahrung relativ wenig zu tun hat, verliert dadurch zunehmend an Elan und bekundet Mühe seine wichtige Funktion wahrzunehmen. Industrielle Nahrung ist leer an pflanzlichen Nahrungsfasern, sogenannten Ballaststoffen und liefert oft nur einfache Zuckerformen. Ballaststoffe sind wichtig, weil sie aufquellen und deinen Darm reinigen, Cholesterin binden, deine Darmtätigkeit anregen, Hämorrhoiden vorbeugen und deine Darmflora stärken. Die industrielle Nahrung ist für gewöhnlich total leblos (todverarbeitet) und fügt deiner Darmflora sehr wenige nützliche Mikroorganismen zu.
Eine intakte Darmflora im Dick- und Mastdarm ist ausschlaggebend für dein Immunsystem. Schädliche Viren, Bakterien und Pilze werden durch nützliche Bakterien und Pilzstämme in Schach gehalten, damit diese sich nicht frei vermehren können. Zudem dienen die Mikroorganismen deinem Immunsystem als Trainingspartner. Zu Urgrossmutters und Grossmutters Tagen war das Einlegen von Gemüse und Früchten in Einmachgläsern eine wichtige Arbeit, um in den Wintermonaten genügend Nahrung vorrätig zu haben. Die durch den Gärungsprozess vermehrenden Milchsäurebakterien, konservieren das Gemüse und erzeugen die für uns nützliche rechtsdrehenden Milchsäure. Durch das regelmässige Verspeisen dieser lebendigen Kost bekam der Dickdarm Nachschub an lebensfähigen Milchsäurebakterien und erhielt gleichzeitig Ballaststoffe durch das eingelegte Gemüse.

Dein Dickdarm bevorzugt also frische Nahrungsmittel, möglichst pflanzlicher Natur in Bio-Qualität oder aus dem Garten. ??? Der Dickdarm liebt auch fermentierte Nahrungsmittel ?, die unbehandelt sind, also ungeschwefelt und möglichst nicht pasteurisiert. Doch selbst wenn ein fermentiertes Nahrungsmittel pasteurisiert ist, liefert es noch nützliche Milchsäure für das Gleichgewicht des Darm-ph-Wertes. Um deine Darmflora weiter noch zu unterstützen sind Probiotika sinnvoll, die nützliche Bakterien beinhalten und ihre Artgenossen und Unterarten stärken. Wichtige Ballaststoffe kommen wiederum im Gemüse vor und in Vollkorngetreidesorten oder können ebenfalls ergänzt in Pulverform eingenommen werden. Für gewöhnlich passt sich die Darmflora nach ca. 3-5 Wochen an die neue Ernährung an und zwischenzeitliche Umstellungssymptome wie Blähungen oder unregelmässiger Stuhlgang verschwinden durch die Stärkung und Reaktivierung deiner Dickdarmfunktionen. ??
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Gesunde Grüsse
Philipp
PS: TEILEN KANN HEILEN ?????